Der unter zunehmendem Druck stehende britische Premierminister Keir Starmer lehnt einen Rücktritt weiter ab. Er werde das Amt des Premierministers „nicht aufgeben“, sagte er am Montag in London.
Er fügte zudem hinzu, dass er nicht glaube, dass Großbritannien unregierbar sei. Die Niederlage seiner Labour-Partei bei den Regionalwahlen der letzten Woche sei „sehr hart“ gewesen. „Ich verstehe das, ich spüre es und ich übernehme die Verantwortung.“ Aber es gehe nicht nur darum, Verantwortung für die Ergebnisse zu übernehmen. „Es geht darum, die Verantwortung dafür zu übernehmen, zu erklären, wie wir als politische und wahlpolitische Kraft in den kommenden Monaten und Jahren besser werden und bessere Arbeit leisten werden.“
Der Premierminister schloss in seiner mit Spannung erwarteten Rede nicht aus, dass Labour das Vereinigte Königreich wieder in den EU-Binnenmarkt oder die Zollunion führen könnte. Er wolle im Sommer „mit dem EU-Großbritannien-Gipfel einen großen Schritt nach vorne machen“. Dies werde beide Seiten in den Bereichen Handel, Wirtschaft, Verteidigung und Sicherheit „näher zusammenbringen“. Man müsse Auseinandersetzungen der Vergangenheit den Rücken kehren und dürfe alte Missstände nicht wieder aufwärmen. Stattdessen müsse man gemeinsam nach vorne blicken, so Starmer.
In der vergangenen Woche hatte Labour bei Kommunalwahlen fast 1.500 Mandate verloren – vor allem an die Partei Reform UK von Nigel Farage, die 2019 unter dem Namen Brexit Party gegründet worden war. Starmer stand schon zuvor im Zusammenhang mit Verbindungen des ehemaligen britischen US-Botschafters Peter Mandelson in der Epstein-Affäre unter Druck. Bisher lehnt er einen vorzeitigen Abgang aber kategorisch ab.
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