Bundeswehr an Schulen: Nach Einführung des neuen Wehrdiensts starke Präsenz der Truppe

Seit der Einführung des neuen Wehrdienstes hat die Bundeswehr die Zahl ihrer Besuche an Schulen gesteigert. In der ersten Jahreshälfte 2026 absolvieren Vertreter der Truppe bundesweit 3.790 öffentliche Auftritte an Schulen und Berufsschulen, wie das Bundesverteidigungsministerium auf eine Anfrage der Linken im Bundestag mitteilte. Über die Ergebnisse berichten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Setzt sich der Trend der ersten sechs Monate im zweiten Halbjahr fort, wird die Zahl der Schulbesuche aus dem Jahr 2025 deutlich übertroffen werden. Im gesamten Vorjahr fanden demnach 5.617 solcher Veranstaltungen statt. Die Bundeswehr bemüht sich darum, die Zahl ihrer Soldaten zu erhöhen. Das soll auch mit dem neuen Wehrdienst erreicht werden, der zum 1. Januar 2026 eingeführt wurde. Seit Russlands Überfall auf die Ukraine 2022 und nach der Corona-Pandemie hat die Bundeswehr ihre Präsenz an Schulen deutlich verstärkt.

Die Linke kritisiert dies. Die hohe Zahl der Schulbesuche zeige, dass die Bundeswehr „eine systematische Militarisierung“ der Klassenzimmer betreibe – „und zwar auf Rekordniveau“, sagte die Vizevorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Nicole Gohlke, den Funke-Zeitungen. Dabei habe die Bundeswehr vor allem Minderjährige im Fokus. Gohlke warnt vor einer Rekrutierung durch die Hintertür. Junge Menschen brauchten keine Uniformen im Klassenzimmer, sondern mehr denn je benötigten sie eine echte Zukunftsperspektive: gut ausgebildete Lehrkräfte, flächendeckende Schulsozialarbeit und Investitionen in soziale Sicherheit statt in Rekrutierung durch die Hintertür.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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