Die Zahl der Engpassberufe in Sachsen-Anhalt ist im vergangenen Jahr gestiegen. Das hat die Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit mitgeteilt.
Demnach zeigen sich in 22 Berufsgruppen Engpässe bei der Besetzung offener Stellen, zwei mehr als im Jahr zuvor. Auch die Zahl der Berufe, die kurz davor stehen, ein Engpass zu werden, ist um eine Gruppe gestiegen.
„Trotz schwacher Konjunktur und hoher Arbeitslosigkeit können Betriebe ihre freien Stellen oft nicht nachbesetzen, weil Fachkräfte fehlen“, erklärte Markus Behrens, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion.
Er verwies auf die demografische Entwicklung: Immer mehr Menschen der geburtenstarken Jahrgänge gingen in Rente. Dieser Trend werde sich in den nächsten fünf Jahren fortsetzen, wenn die Babyboomer den Ruhestand antreten.
Zu den beschäftigungsstärksten Engpassberufen zählten 2025 vor allem Pflege- und Gesundheitsberufe sowie Berufe im verarbeitenden Gewerbe. Technische Berufe waren besonders in den Bereichen Mechatronik, Automatisierungstechnik, Energietechnik und Bau betroffen.
Auch in Dienstleistungsberufen wie der Gastronomie oder im Lebensmittelverkauf gab es Engpässe.
Im Jahresdurchschnitt wurden 2025 rund 37.900 Arbeitsstellen von den Betrieben gemeldet. Davon richteten sich 8.500 Stellenangebote an Menschen mit einem Engpassberuf.
Von den Arbeitslosen suchten dagegen nur etwa sechs Prozent eine Beschäftigung in einem Engpassberuf. Die Engpassanalyse verdeutliche das Mismatch auf dem Arbeitsmarkt, so die Behörde.
Während viele Unternehmen ihre gut eingearbeiteten Fachkräfte hielten und trotz der schwierigen Konjunktur weiter suchten, drohe für unzureichend qualifizierte Menschen eine Verfestigung der Arbeitslosigkeit.
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