Kanzler Merz sorgt mit Aussage zu Alleinerziehenden und Unterhaltsvorschuss für Empörung bei Verbänden und Opposition

Eine Aussage von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zur Verteidigung der geplanten Kürzung des Unterhaltsvorschusses stößt auf deutliche Kritik bei Betroffenenverbänden, der Opposition und dem eigenen Koalitionspartner. Das berichtet der „Tagesspiegel“ (Freitagausgabe). Merz hatte auf der Sommer-Pressekonferenz am Mittwoch gesagt, durch verbesserte Betreuungsangebote könnten Alleinerziehende mehr arbeiten.

„Es ist ein Schlag ins Gesicht für Alleinerziehende, wenn der Bundeskanzler den Eindruck erweckt, sie würden nicht genug arbeiten“, sagte Daniela Jaspers, Bundesvorsitzende des Verbandes alleinerziehender Mütter und Väter, der Zeitung.

Jasmina Hostert, familienpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, sagte der Zeitung, Merz solle den Unterhaltsvorschuss nicht als Ersatz für fehlende Erwerbsarbeit darstellen, sondern als das, was er wirklich sei: ein Baustein für die Kompensation des Unterhalts, der ausfalle, weil sich ein Elternteil seiner Verantwortung entziehe. Die Kinder von Alleinerziehenden dürften nicht für die Konsolidierung der Staatshaushalte in Anspruch genommen werden.

Die Sozialpolitikerin Ricarda Lang (Grüne), die selbst bei ihrer alleinerziehenden Mutter aufgewachsen ist, sagte dem „Tagesspiegel“, dem Kanzler falle – wie sonst auch – „nichts anderes ein als: Sollen sie halt mehr arbeiten. Angela Merkel hatte die Raute, Olaf Scholz seinen Respekt“, so Lang. „Bei Friedrich Merz ist es diese einzigartige Mischung aus Empathie- und Ideenlosigkeit.“

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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