Zivildienst-Pläne: Paritätischer und Grüne fordern Stärkung der Freiwilligendienste statt Pflicht

Der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands, Joachim Rock, hat angesichts der Planungen des Bundesfamilienministeriums für einen möglichen neuen Zivildienst vor einer Verdrängung der etablierten Freiwilligendienste gewarnt. Freiwilligkeit müsse grundsätzlich Vorrang vor der Verpflichtung haben, sagte Rock dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“.

In den sozialen Diensten brauche man engagierte Menschen, deshalb müssten Freiwilligendienste gestärkt und soziale Berufe attraktiver gemacht werden. Sollte der Gesetzgeber eine Bedarfswehrpflicht einführen, müsse sie so ausgestaltet werden, dass sie Freiwilligendienste nicht verdränge und jungen Menschen die gleichen Rahmenbedingungen biete. Die Erfahrungen mit den Freiwilligendiensten und die Interessen der jungen Menschen sollten dabei von Anfang an im Vordergrund stehen.

Auch die Grünen pochen auf eine Stärkung der Freiwilligendienste. „Schon heute können junge Menschen soziale Träger durch ihren Freiwilligendienst unterstützen und tun dies auch“, sagte die sicherheitspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Sara Nanni, dem RND. Leider seien die dafür vom Bund bereit gestellten Mittel in den letzten Jahren immer weiter gekürzt worden, kritisierte sie. Der Bedarf sei deutlich höher als die Mittel.

„Statt jetzt über eine Wiedereinführung von Pflichtdiensten zu sprechen, wäre es angebracht, den Entwurf zum Haushalt noch mal zu überarbeiten und die Mittel für Freiwilligendienste zu erhöhen“, so Nanni weiter.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

  • Related Posts

    Hubertus Heil: SPD muss für Leistung stehen – und die Bundesregierung klare Orientierung geben

    Der ehemalige Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) fordert eine Neuausrichtung seiner Partei. „Die SPD muss erkennbar dafür stehen, dass sich Leistung in unserer Gesellschaft lohnt“, sagte Heil der „Welt“ (Mittwochsausgabe). Leistung,…

    Bürokratieabbau-Studie: 42 Milliarden Euro mehr Wirtschaftsleistung und 250 Millionen freie Arbeitsstunden möglich

    Ein umfassender Bürokratieabbau könnte Deutschlands reale Wirtschaftsleistung binnen fünf Jahren um 42 Milliarden Euro erhöhen. Zu diesem Ergebnis kommen die Ökonomen Claus Michelsen und Simon Junker vom Verband Forschender Arzneimittelhersteller…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert