Heizkosten: Grüne fordern Transparenz-Garantie für Mieter – Kürzungsrecht bei fehlender Info

Die Vize-Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, Julia Verlinden, fordert angesichts hoher Gaspreise eine neue Transparenzregel für Mieter. Vermieter sollen ihre Mieter künftig mindestens einmal im Jahr über den aktuellen Gastarif informieren und dabei einen bundesweiten Referenzwert nennen, damit erkennbar wird, ob zu durchschnittlichen oder deutlich überhöhten Preisen eingekauft wird.

„Das Mindeste, was die Koalition nun tun muss, ist, bei Mietern für volle Kostentransparenz zu sorgen“, sagte Verlinden den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Man könne heute in Echtzeit auf dem Handy sehen, wann die nächste Regenwolke über einen ziehe, aber die Heizkosten erfahre man erst ein Jahr später mit dem Brief der Schneckenpost. Im kommenden Jahr könnte das für viele Haushalte zu einem sehr teuren Erwachen führen. Die fossilen Heizkosten seien längst eine „zweite Miete“ geworden.

Auch über Preiserhöhungen sollen Mieter nach den Vorstellungen der Grünen schneller informiert werden. Steige der Preis um mehr als fünf Prozent, müssten Vermieter die Information innerhalb von 14 Tagen an ihre Mieter weitergeben. Nur wer wisse, dass der Preis gestiegen sei, könne seinen Geldbeutel durch bewusstes Heizen etwas schützen, sagte Verlinden. Werden die Informationen nicht fristgerecht und vollständig weitergegeben, sollen Mieter ein Kürzungsrecht bei der Heizkostenabrechnung bekommen.

Verlinden kritisierte zugleich die Änderungen der Koalition beim Gebäudeenergiegesetz. Die gesetzliche Möglichkeit zum Einbau neuer fossiler Heizungen sei ein „unverantwortlicher Rückschritt“. Viele Mieter hätten keine Mitsprache bei der Wahl der Heizung und könnten von hohen fossilen Heizkosten überrascht werden. Besonders fatal sei, dass die Nutzer den Preis für Wärme überhaupt nicht kennen würden, sondern nach dem Winter damit überrascht würden.

Die Gaspreise sind zuletzt wieder deutlich gestiegen. Damit könnten auf Haushalte in den kommenden Monaten höhere Heizkosten zukommen.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

  • Related Posts

    VKU-Umfrage: 75 Prozent der Stadtwerke halten CO2-neutrales Heizen bis 2045 für unrealistisch – Kritik am Heizungsgesetz

    Drei von vier kommunalen Wärmeversorgern halten das Ziel eines Treibhausgas-neutralen Heizens bis 2045 für unerreichbar, weil die Politik noch nicht die richtigen Weichen gestellt hat. Vier von zehn Stadtwerken bewerten…

    SoVD fordert staatlichen Spritpreisdeckel und zielgerichtete Entlastungen für kleine Einkommen

    Der Sozialverband Deutschland (SoVD) fordert angesichts der stark gestiegenen Spritpreise einen neuen staatlichen Eingriff. Ein Spritpreisdeckel könne in der aktuellen Situation ein sinnvoller erster Schritt sein, um Menschen schnell vor…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert