SoVD fordert staatlichen Spritpreisdeckel und zielgerichtete Entlastungen für kleine Einkommen

Der Sozialverband Deutschland (SoVD) fordert angesichts der stark gestiegenen Spritpreise einen neuen staatlichen Eingriff. Ein Spritpreisdeckel könne in der aktuellen Situation ein sinnvoller erster Schritt sein, um Menschen schnell vor weiteren Preissprüngen bei den Mobilitätskosten zu schützen, sagte die SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Bereits im Frühjahr hatte die Bundesregierung mit einem Tankrabatt auf die stark gestiegenen Kraftstoffpreise infolge des Iran-Kriegs reagiert. Von Mai bis Ende Juni wurden die Energiesteuern auf Benzin und Diesel um rund 17 Cent je Liter gesenkt. Engelmeier zufolge sei der Tankrabatt allerdings eine teure Maßnahme nach dem Gießkannenprinzip gewesen und habe nicht gezielt diejenigen entlastet, die Unterstützung am dringendsten benötigten.

Engelmeier fordert deshalb weitere Entlastungen vor allem für Menschen mit kleinen Einkommen. Die Bundesregierung müsse die steigenden Energiekosten insgesamt in den Blick nehmen. Die Empfehlung der Wirtschaftsweisen Monika Schnitzer, Verbraucher könnten beim nächsten Auto- oder Heizungskauf selbst für mehr Unabhängigkeit von fossilen Energien sorgen, gehe an der Lebensrealität der Menschen vorbei. Viele könnten sich weder ein neues Auto noch eine neue Heizung leisten, andere wohnten zur Miete und hätten überhaupt kein Mitspracherecht darüber, wie ihr Zuhause beheizt werde, sagte Engelmeier.

Statt die Verantwortung auf Einzelne abzuwälzen, müsse die Bundesregierung für bezahlbare Energie sorgen und endlich einen funktionierenden Direktzahlungsmechanismus schaffen, damit Entlastungen schnell und zielgerichtet ankämen.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

  • Related Posts

    VKU-Umfrage: 75 Prozent der Stadtwerke halten CO2-neutrales Heizen bis 2045 für unrealistisch – Kritik am Heizungsgesetz

    Drei von vier kommunalen Wärmeversorgern halten das Ziel eines Treibhausgas-neutralen Heizens bis 2045 für unerreichbar, weil die Politik noch nicht die richtigen Weichen gestellt hat. Vier von zehn Stadtwerken bewerten…

    Heizkosten: Grüne fordern Transparenz-Garantie für Mieter – Kürzungsrecht bei fehlender Info

    Die Vize-Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, Julia Verlinden, fordert angesichts hoher Gaspreise eine neue Transparenzregel für Mieter. Vermieter sollen ihre Mieter künftig mindestens einmal im Jahr über den aktuellen Gastarif…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert