Die Staatsanwaltschaft Dresden, die Staatsanwaltschaft Görlitz und das Hauptzollamt Dresden ermitteln gegen die eingetragenen Verantwortlichen zweier im Baugewerbe tätigen Firmen wegen des Verdachts des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt. Das teilte die Staatsanwaltschaft Görlitz am Donnerstag mit.
Den beiden Beschuldigten, ein Deutscher und ein Kasache, beide 47 Jahre alt, wird unter anderem Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt in einer Vielzahl von Fällen zur Last gelegt.
Sie sollen Anmeldungen der bei ihnen beschäftigten Arbeitnehmer zur Sozialversicherung teilweise nicht vorgenommen und Sozialbeiträge unvollständig abgeführt haben.
Nach Angaben der Ermittlungsbehörden sollen die Beschuldigten zudem zwischen Anfang 2023 und Mitte dieses Jahres zur Verdeckung von Schwarzarbeit Rechnungen von angeblichen Servicefirmen in Höhe von fast drei Millionen Euro verbucht haben, denen keine tatsächliche Leistungserbringung gegenüberstand. Auf Antrag der Staatsanwaltschaften Dresden und Görlitz erließen die zuständigen Ermittlungsrichter der Amtsgerichte Bautzen und Dresden Durchsuchungsbeschlüsse.
Diese wurden am Donnerstag vom Zoll vollzogen. Insgesamt durchsuchten die Einsatzkräfte 13 Objekte im Raum Bautzen und Dresden, darunter private Wohn- und Geschäftsräume und Arbeitnehmerunterkünfte.
Bei den Durchsuchungen wurde umfangreiches Beweismaterial sichergestellt, darunter Mobiltelefone, Datenträger und Papierdokumente.
Zugleich wurden im Rahmen beabsichtigter vermögensabschöpfender Maßnahmen mehr als 22.000 Euro Bargeld sowie ein Pkw im Wert von etwa 15.000 Euro sichergestellt und 300.000 Euro auf einem Bankkonto gepfändet. An dem Einsatz waren mehr als 100 Zöllner der Finanzkontrolle Schwarzarbeit sowie Angehörige des Finanzamtes Dresden beteiligt.
Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaften Dresden und Görlitz sowie des Hauptzollamtes Dresden dauern an und werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

