BDI warnt vor Sicherheitsrisiken durch Forschungskooperationen mit China: Verfassungsschutz sieht Schwachstellen

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) warnt vor wachsenden Sicherheitsrisiken durch Forschungskooperationen mit China. „China verfolgt den Zugang zu Schlüsseltechnologien und Know-how systematisch, langfristig und mit einem breiten Instrumentarium“, sagte Kerstin Petretto, Senior Referentin für Innovation, Sicherheit und Technologie beim BDI, dem „Handelsblatt“. „Dazu können auch wissenschaftliche Kooperationen und vermeintlich zivile Kontakte genutzt werden“, sagte Petretto. Besonders kritisch könne dies bei Technologien sein, „die nicht nur wirtschaftlich, sondern auch militärisch relevant sind“.

Hintergrund sind Warnungen des Verfassungsschutzes, wonach China wissenschaftliche Kooperationen nutzen könne, um an Technologie und Know-how zu gelangen. Als Schwachstellen nennt die Behörde unter anderem rechtliche Grauzonen und mangelndes Risikobewusstsein. „Der BDI nimmt die Warnung des Verfassungsschutzes sehr ernst“, sagte Petretto. Dabei gehe es um mehr als formelle Kontrollen. „Wir reden nicht nur über formelle Prüfmechanismen, sondern über eine grundlegende Haltung zum Partner China, der eben heute vor allem auch ein systemischer Wettbewerber ist.“

Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen müssten „Kooperationen in sensiblen Feldern also risikobasiert prüfen, Zugänge zu Daten und Wissen konsequent begrenzen und ihr Personal stärker sensibilisieren“, sagte Petretto. Von großer Bedeutung sei dabei auch „die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbehörden“. „Frühzeitige Hinweise, belastbare Lageinformationen und ein verlässlicher Informationsaustausch helfen, Kooperationspartner und mögliche Risiken fundiert zu bewerten“, sagte Petretto. „Forschungsfreiheit ist ein hohes Gut. Sie entbindet aber nicht von der Verantwortung, unser Wissen, unsere Innovationskraft und unsere technologische Souveränität zu schützen.“

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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