Hainichen erhält 4,5 Millionen Euro für Hochwasserrückhaltebecken

Der Freistaat Sachsen fördert den Hochwasserschutz in Hainichen mit 4,5 Millionen Euro. Das Sächsische Umweltministerium teilte am Montag mit, dass der Zuwendungsbescheid für den Neubau eines Hochwasserrückhaltebeckens an der Kleinen Striegis im Rahmen eines feierlichen Termins an Oberbürgermeister Greysinger übergeben wurde.

Das Becken soll Wohngebäude, Gewerbe und Infrastruktur vor künftigen Überflutungen schützen.

Umweltminister Georg-Ludwig von Breitenbuch sagte, das Rückhaltebecken sei ein Meilenstein für den Hochwasserschutz in Hainichen. Es schütze nicht nur Wohngebäude, Gewerbe und Infrastruktur, sondern sei auch ein Zeichen für die Zusammenarbeit zwischen Land und Kommunen.

Hochwasser kenne keine kommunalen oder administrativen Grenzen, deshalb sei Vorsorge eine gemeinsame Verantwortung. Der Freistaat stehe an der Seite der Städte und Gemeinden, wenn es um den Schutz der Bürger gehe.

Oberbürgermeister Greysinger erklärte, in Hainichen gebe es bereits seit über 100 Jahren Pläne für einen wirksamen Hochwasserschutz entlang der Kleinen Striegis.

Zahlreiche Gebäude seien eng an das Gewässer gebaut, wodurch das Zerstörungspotenzial hoch sei. Wegen der geringen Gewässerlänge zwischen Quellgebiet und Stadt sowie der Hangflächen entlang des Bachbetts gebe es im Gegensatz zu größeren Gewässern keine größeren Vorwarnzeiten.

Er freue sich, dass die Anwohner der Kleinen Striegis bald ruhiger schlafen könnten, auch wenn große Niederschlagsmengen vorhergesagt würden.

Extreme Niederschläge hätten in der Vergangenheit immer wieder zu schweren Hochwasserereignissen im Einzugsgebiet geführt. Besonders die Jahre 2002, 2006 und 2013 hätten großflächige Überflutungen und erhebliche Schäden an Wohngebäuden, Gewerbe- und Infrastruktureinrichtungen verursacht.

Bereits 2009 sei ein Hochwasserschutzkonzept erarbeitet worden, das das Rückhaltebecken als zentrale Maßnahme vorsah. Das nun bewilligte Projekt umfasst den Neubau eines grünen Beckens südlich des Berthelsdorfer Ortskerns mit einem Stauvolumen von rund 170.000 Kubikmetern.

Bei Normalwasser fließt die Kleine Striegis ungehindert durch den Damm, bei Hochwasser wird das Becken eingestaut. Dadurch soll ein schadloser Abfluss innerhalb der Ortslage gewährleistet und die Stadt vor einem hundertjährlichen Hochwasser (HQ100) geschützt werden.

Im Rahmen der Förderrichtlinie Gewässer/Hochwasserschutz (FRL GH/2024) gewährt der Freistaat Sachsen Zuwendungen für Maßnahmen zur Verbesserung des Zustands oder Potenzials der Gewässer sowie für das Hochwasser- und Starkregenrisikomanagement.

Dabei werden die demografische und wirtschaftliche Entwicklung sowie die Auswirkungen des Klimawandels berücksichtigt. Mit einer Fördersumme von über 4,5 Millionen Euro ist das Hochwasserrückhaltebecken an der Kleinen Striegis eines der größten Projekte, die seit Beginn des Förderprogramms 2005 bewilligt wurden.

Die Gesamtkosten des Vorhabens werden zu 75 Prozent vom Freistaat Sachsen getragen.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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