Dax schließt leicht im Plus: Unsicherheit vor Iran-Verhandlungen und Monatsende belastet Anleger

Zum Wochenausklang hat der Dax geringfügig zugelegt. Zum Xetra-Handelsschluss wurde der Index mit 25.105 Punkten berechnet, ein Plus in Höhe von 0,1 Prozent im Vergleich zum Vortagesschluss. Nach einem freundlichen Start schwankte der Dax überwiegend im Plus.

„An der Börse bleibt die Unsicherheit ein verlässlicher Partner für die europäischen Investoren bei ihren Anlageentscheidungen“, kommentierte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets. „Die Nachrichtenlage im Hinblick auf die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran ist weiter uneindeutig. Es scheint zumindest aber sicher zu sein, dass es zu einem Vertragsschluss in Form eines Memorandum of Understanding kommen wird, wobei die Details und Bedingungen derzeit fast stündlich variieren.“

Das mache es für die Anleger nicht einfach, Licht ins Dunkel zu bringen, so Lipkow. „Gerade vor dem anstehenden Wochenende und dem Monatsschluss Mai nehmen einige von ihnen deshalb lieber Gewinne mit und Chips vom Tisch. Zu hoch ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass sich auch nach der Verlängerung der Feuerpause an der Situation im Iran unerwartet etwas ändern könnte“, erklärte der Analyst. „Da will niemand auf dem falschen Fuß erwischt werden.“

Hinsichtlich der Quartalszahlen von Dell kommentierte Lipkow, diese hätten gezeigt, welch enormes Potenzial die KI-Revolution nicht nur für die bekannten Highflyer wie Nvidia biete, sondern auch für die traditionellen Hardware-Produzenten. „Der Auftragseingang bei Dell ist stark angesprungen und zeigt die Dynamik in dem eher langweiligen Sektor“, erläuterte der Analyst. „Es beginnt die dritte Phase der KI-Revolution und diese erstreckt sich über weitere Branchen und Sektoren aus dem Hardware-Sektor.“

Für den Dax stelle sich das in der gewohnten Branchenrotation dar. „Infineon schwimmt auf der Dell-Euphoriewelle, während die Indexschwergewichte SAP und Siemens den Markt nach unten ziehen“, so Lipkow. „Auch die klassischen defensiven Branchen standen heute nicht auf der Kaufliste der Investoren. Das Gesamthandelsvolumen dünnt sich weiter aus.“

Bis kurz vor Handelsschluss standen die Papiere von Scout 24, Zalando und SAP an der Spitze der Kursliste. Das Schlusslicht bildeten die Bayer-Aktien.

Unterdessen sank der Gaspreis: Eine Megawattstunde (MWh) Gas zur Lieferung im Juli kostete 45 Euro und damit drei Prozent weniger als am Vortag. Das impliziert einen Verbraucherpreis von mindestens rund neun bis elf Cent pro Kilowattstunde (kWh) inklusive Nebenkosten und Steuern, sollte das Preisniveau dauerhaft so bleiben.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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