Volker Beck zieht nach abgelehnter Nebenklage in Mordprozess vor Bundesverfassungsgericht

Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck, will mit einer Verfassungsbeschwerde erreichen, dass er als Nebenkläger in einem Prozess vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht gegen zwei mutmaßliche Auftragsmörder zugelassen wird. Das berichtet der „Spiegel“.

Die zwei aus Afghanistan stammenden Angeklagten sollen Beck ausgespäht haben, um ihn zu ermorden. Die zuständige Kammer des Hanseatischen Oberlandesgerichts hatte Becks Antrag auf Zulassung als Nebenkläger abgelehnt, auch eine Anhörungsrüge hatte keinen Erfolg.

Beck sagte dem „Spiegel“, das Gericht folge im Ergebnis der Argumentation der Generalbundesanwaltschaft, die er in seiner Zeugenaussage vor Gericht zitiert und kritisiert habe. Der Generalbundesanwalt meine, dass er Einschränkungen in seiner Lebensführung hinzunehmen und auszuhalten habe, da er sich bewusst in einem sensiblen Bereich politisch engagiere, sagte Beck. Wenn dieses „selbst schuld“ tatsächlich das letzte Wort des deutschen Rechtsstaates in dieser Sache sein sollte, müsse man sich nicht wundern, wenn Menschen sich aus der öffentlichen Diskussion und aus zivilgesellschaftlichem Engagement zurückziehen. „Das muss jetzt Karlsruhe entscheiden.“

Becks Anwältin will die restriktive Nebenklage-Rechtsprechung noch durch ein weiteres Argument entkräften: Beck sei Opfer einer kriegerischen Auseinandersetzung. Die Anschlagspläne gegen ihren Mandanten seien Teil der asymmetrischen Kriegsführung, wie sie der Iran betreibe, sagte sie dem „Spiegel“. Man werde in Karlsruhe darauf drängen, dass bei der Zulassung als Nebenkläger auch das neue Zeitalter asymmetrischer Kriegsführung berücksichtigt werde.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

  • Related Posts

    Rentenökonom Bofinger fordert Abschaffung der Rente mit 63: Regelung sei nicht zu rechtfertigen

    Der langjährige „Wirtschaftsweise“ Peter Bofinger warnt die SPD, auf die Abschaffung der „Rente mit 63“ zu verzichten. Ökonomisch lasse sich ein Festhalten an der Regelung nicht rechtfertigen. Sie sei zudem…

    Verdi-Chef Werneke kritisiert Bundesregierung: Reformen müssen sozial ausgestaltet sein

    In der Debatte um die Reformvorhaben der Bundesregierung fordert die Gewerkschaft Verdi stärker sozial ausgestaltete Beschlüsse. Verdi-Chef Frank Werneke sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, solche Reformen ließen sich der Bevölkerung…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert