Hitze in Pflegeheimen: Patientenschützer Brysch fordert schnelle Hilfe durch THW und andere Hilfsorganisationen

Patientenschützer fordern einen besseren Schutz von Pflegebedürftigen vor Hitze durch Hilfsorganisationen wie das Technische Hilfswerk (THW).

„Bund und Länder unternehmen nichts, um die Klimakatastrophe in den 12.000 Pflegeeinrichtungen in den Griff zu bekommen“, sagte der Vorstand der Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, der „Rheinischen Post“. Es brauche endlich Schutzvorkehrungen, damit die Raumtemperaturen 25 Grad nicht überschreiten. Naturgemäß werde das allerdings Jahre dauern. Darauf könnten alte, kranke und pflegebedürftige Menschen jedoch nicht warten. Deshalb müssten Hilfsorganisationen schnellstmöglich in die Lage versetzt werden, zu unterstützen, forderte Brysch.

Länder, Kreise und Kommunen könnten bereits jetzt bei Katastrophen und besonderen Naturereignissen auf Know-how, Technik und Gerät der Hilfsorganisationen zurückgreifen. Das sei sowohl auf Bundesebene als auch in den Ländern gesetzlich geregelt. „In der aktuellen Hitzewelle fehlt eine solche koordinierte Nothilfe für hochbetagte Menschen daheim und für Pflegeheimbewohner“, kritisierte Brysch. Denn Extremtemperaturen und die Not der vulnerablen Bevölkerung fänden keinen Platz in den Katastrophen- und Hilfeleistungsgesetzen.

Die Möglichkeiten der Unterstützung seien vielfältig. „Sei es Hilfe beim Einkauf, Botengänge zu Arztpraxen oder Apotheken sowie bei der psychosozialen und menschlichen Unterstützung in Pflegeheimen“, sagte Brysch. Keineswegs dürfe das Pflegepersonal in der Grundpflege ersetzt werden, betonte er zugleich. „Selbst das Technische Hilfswerk des Bundes könnte die Not lindern. Es kann in ausgewählten Räumen für Kühlung und Beschattung sorgen“, so Brysch. Voraussetzung sei, dass der Bund ausreichend mobile Klimaanlagen dafür bereitstellt.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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