Ab dem 22. September steht in Sachsen-Anhalt ein digitaler Pflegeplatzfinder zur Verfügung. Wie die Universitätsmedizin Halle mitteilte, bietet die Anwendung eine Übersicht über verfügbare Kurz- und Langzeitpflegeplätze in vollstationären Pflegeeinrichtungen.
Damit soll die bislang oft zeitaufwendige telefonische Abfrage abgelöst werden.
Der Pflegeplatzfinder wird als App und Webanwendung angeboten. Nach Eingabe einer Postleitzahl oder eines Ortsnamens zeigt er nahe gelegene Einrichtungen und deren freie Plätze an, wobei auch nach Ein- oder Zweibettzimmern unterschieden werden kann.
Kontaktdaten der Einrichtungen ermöglichen gezielte Anfragen zu Versorgung, Leistungen und Eigenanteilen.
Projektleiter Patrick Jahn von der Universitätsmedizin Halle erklärte, gerade nach einem Krankenhausaufenthalt müsse die Suche nach einem Pflegeplatz schnell gehen. Die Anwendung richte sich an Pflegebedürftige, Angehörige, aber auch an Sozialdienste in Krankenhäusern und Beratungsstellen.
Sie sei kostenlos, leicht zu bedienen und datenschutzkonform.
Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne sagte, das mühsame Abtelefonieren von Pflegeeinrichtungen solle der Vergangenheit angehören. Sachsen-Anhalt setze auf digitale Innovation, um die Pflege zukunftsfähig zu gestalten.
Pflegeeinrichtungen müssen ihre freien Kapazitäten beginnend im September regelmäßig melden. Änderungen sind sofort oder spätestens nach einer Woche zu bestätigen.
Die Entwicklung des Pflegeplatzfinders wurde vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung mit 240.000 Euro gefördert und vom Landeskompetenzzentrum Pflege Digital Sachsen-Anhalt an der Universitätsmedizin Halle begleitet. Erfahrungen aus einer Testphase mit freiwillig teilnehmenden Einrichtungen seien eingeflossen, hieß es.
Sachsen-Anhalt ist nach Nordrhein-Westfalen das zweite Bundesland mit einem öffentlichen und verbindlichen digitalen Pflegeplatzfinder.
Foto: via dts Nachrichtenagentur

